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Der erste Online-Doktor …

startete am 27. September 2007 in New York. Es ist Dr. Jay Parkinson, seinen Master in Public Health hat er an der Johns Hopkins University gemacht, seinen MCD (Dr.) an der Pennstate University. Mit einem wirklich innovativen Geschäftskonzept hat er es geschafft, die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zu ziehen.

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Dr. Jay Parkinson

Wo seine Praxis ist?

Er hat keine Praxis. Er hat auch keine Arzthelferin und keine Rezeptionistin angestellt. Er hat überhaupt kein Personal und auch keine Praxisräume. Er fährt zu seinen Patienten, macht also Hausbesuche und nutzt die übrige Zeit die modernen Methoden des Web um mit seinen Patienten in Kontakt zu bleiben.

Und er hat eine sehr klar definierte Zielgruppe – Menschen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren. Die Frage stellt sich mir natürlich was macht Dr. Parkinson, wenn seine Patienten älter werden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er sie dann raus wirft. Die Zukunft wird es zeigen.

Das Konzept ist auf jeden Fall so ungewöhnlich, dass Jay eine Menge kostenlose PR bekommen hat. Wer sich bei ihm als Patient registrieren lassen will, muß 500 Dollar im Jahr zahlen, als Grundpauschale. Dafür bekommt er dann aber auch sehr gute Konditionen bei möglichen Krankheitsfällen. Ausgewählte Beispiele werden auf der umfangreichen Website des Arztes vorgestellt.

Sein erklärtes Ziel ist es, auch den unversicherten Patienten eine kostengünstige Behandlung zukommen zu lassen.
Neben einer großen Liste von Fachkollegen hat er sich auch eine Datenbank mit preiswerten Medikamenten aufgebaut, von der seine Patienten profitieren können.

Daneben nutzt Dr. Parkinson alle Möglichkeiten des modernen Internets. Er kommuniziert mit seinen Patienten per E-mail und Video-Chat. Er verwendet ausgefeilte Fragebögen, die die Patienten ausfüllen, bevor er mit Ihnen direkt spricht.

Natürlich gibt es eine Menge Skeptiker, die z.B. den Datenschutz bemängeln. Auf solche Vorwürfe geht Jay in seinem Blog ausführlich ein.

Mit gefällt dieser Ansatz, er erinnert mich an die alte chinesische Vorgehensweise, in der ein Arzt bezahlt wurde, solange es dem Patienten gut geht. Quasi ein Abonnement auf Gesundheit. Für mich kommt so ein Arzt viel glaubwürdiger rüber, als jemand, der an jedem kleinen Schnupfen verdient. Und dass man viele Dinge auch telefonisch regeln kann, habe ich selbst erst kürzlich erlebt. Die letzten drei Gespräche mit meiner eigenen Ärztin wurden ebenfalls per Telefon geführt. Das hat mir eine Menge Zeit gespart.

Weitere Informationen über diesen (noch) ungewöhnlichen Arzt findet ihr z.B. mit einem kleinen Video bei Yahoo und natürlich auf der Website des Arztes, die u.a. über eine ausführliche FAQ-Liste verfügt.

Ich bin gespannt, wann die ersten deutschen Kollegen ihm folgen werden.

Jörg Weisner
 

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