Neue Ideen auch anzuwenden ist gar nicht so leicht

Zum Glück fällt es mir meisten sehr leicht, neue und kreative Ideen zu entwickeln. Schon seit meinem Studium hat es mich sehr fasziniert, zu lernen wie man lernt und und wie man z.B. effektiver und schneller lesen kann.

Bei einem meiner ersten Schnell-Lese-Kurse auf der Volkshochschule (ca. 1977) habe ich es immerhin geschafft meine Lesegeschwindigkeit zu verdreifachen. Natürlich geht es noch viel, viel schneller wie z.B. mit dem Photoreading – das habe ich selbst aber noch nicht ausprobiert.

Eine weitere Idee, die ich schon vor Jahren aufgegriffen hatte, war die des Sprachenlernens nach der Birkenbihl-Methode. Vera F. Birkenbihl hat vor etwa 20 Jahren die nach ihr benannte Methode entwickelt, nach der inzwischen die gängisten Sprachen gelernt werden können. Ich selber hatte erste zaghafte Versuche mit dem Spanischen gemacht – nicht berauschend aber immerhin so zufriedenstellend, dass ich das eine oder andere im Urlaub auf den Kanaran verstehen konnte.

Jetzt versuche ich es mit Französisch, einer Sprache, die ich dank Latein in der Schule nicht gehabt habe. Neben zwei Urlauben in der Bretagne habe ich auch kaum Erfahrungen in diesem Sprachraum sammeln können. Insgesamt also eine völlig neue Lernumgebung für mich.

Das Besondere an der Birkenbihl-Methode liegt in der Vorgehensweise. Statt am Anfang Vokabeln und Grammatik zu pauken, lernt man hier gleich ganze Sätze. In einem ersten Schritt liest man sich zunächst den deutschen Text durch und versucht ihn möglichst gut zu visualisieren. Sehr ungewohnt ist dabei die sogenannte „dekodierte deutsche Übersetzung“ in der das Französische Wort für Wort übersetzt ist. Auf diese Weise soll sich die Satzstruktur der Fremdsprache besser einprägen.

Im zweiten Schritt hört man sich den langsam gesprochenen Text nur an und versucht sich dabei die Bilder wieder in das Gedächtnis zu rufen. Im dritten Schritt läßt man dann den Text im normalen Sprechtempo laufen und hört ihm nur passiv zu. Also parallel zu dem was man sonst noch tut – fernsehen, autofahren, joggen, etc.

Erst im vierten Schritt beginnt man mit dem Nachsprechen, dem Lesen und ggfs. dem Schreiben.

Die erste Lektion besteht aus 12 Kapiteln. Mein Ziel ist es, diese zwölf Kapitel in ca. drei bis vier Wochen durchgearbeitet zu haben.

Insgesamt unterscheidet sich die Vorgehensweise grundlegend von der uns in der Schule beigebrachten. Kein Vokabel-Lernen, kein Grammatik-Pauken. Also schon ziemlich ungewohnt, gerade am Anfang. Der Spaßfaktor scheint allerdings größer zu sein. Da ich erst am Freitag mit der ersten Lektion begonnen habe, kann ich noch nicht allzuviel über meine Erfolge berichten, werden Sie aber auf dem Laufenden halten.

Jörg Weisner
 

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