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Was kosten Mitarbeiter, die nicht glücklich sind?

Diese Frage hat sich Wolff Horbach auf seinem Faktor G – Blog gestellt und eine Beispielrechnung angestellt:

Er geht von gesamten Kosten für den Mitarbeiter in Höhe von 100.000 Euro pro Jahr aus. Wie er auf diese Summe kommt, erläutert er im Detail. Dann folgert er:

„Das Unternehmen ist natürlich kein Wohltätigkeitsverein, sondern erwartet vom Mitarbeiter eine Gegenleistung, die die Kosten übersteigt. Ansonsten würde ein Anstellung keinen Sinn machen. Also erwartet das Unternehmen vom Mitarbeiter einen Gewinn:

* Wenn das Unternehmen einen Gewinn von 20% erwartet, dann müsste der Mitarbeiter pro Jahr 120.000 Euro erwirtschaften.
* Das wären auf den Mitarbeiter bezogen 100% Leistung.

Was passiert aber, wenn der Mitarbeiter im Unternehmen nicht glücklich ist, weil

* sein Talent nicht erkannt und/oder genutzt wird
* eine schlechte Führung zur Leistungsverweigerung veranlasst
* ein schlechtes Betriebsklima eher zu Dienst nach Vorschrift verleitet?

Klar, der Mitarbeiter bringt dann eben keine 100% Leistung, sonder weniger. Die Wirkungen sind fatal:

* Reduziert der Mitarbeiter seine Leistungen bewusst oder unbewusst auf 90% (klingt immer noch sehr hoch), dann hat das Unternehmen statt der erwarteten 20% Gewinn nur noch 8%. (120 x 0,9 = 108). Also: Die Reduzierung von “nur” 10% der Leistung drittelt fast den erwarteten Gewinn.
* Reduziert der Mitarbeiter sein Leistungen auf 80%, dann hängt das Unternehmen bereits mit 4.000 Euro in den roten Zahlen.
* Fährt der Mitarbeiter seine Leistungen auf 50% zurück, dann kostet das dem Unternehmen jährlich 40.000 Euro.“

Wolffs Zahlen werden übrigens von der jährlich erhobenen Gallup-Studie bestätigt.

Ich glaube, dass die Auswirkungen nicht glücklicher Mitarbeiter noch viel höher liegen. Denn ein Mitarbeiter arbeitet nicht nur allein in seinem stillen Kämmerlein. Er steht in ständigem Austausch mit seinen Kollegen und mit den Kunden.

Und wie groß hier der Unterschied zwischen Unfreundlichkeit und einem strahlendem Lächeln ist, das weiß wohl jeder. Erinnert Euch einfach an eine der letzten Begebenheiten, an denen Ihr Euch über die Unfreundlichkeit eines Kellners, einer Telefonistin, eines Taxisfahrers oder z.B. eines Technikers geärgert habt.

Vergleicht jetzt bitte diese Situation mit der hoffentlich auch erlebten, in denen Ihr so richtig begeistert wart, in der Euch der Mitarbeiter mit seinem strahlenden Lächeln fast verzaubert hat, Euch auf jeden Fall den Tag verschönert hat.

Welche der beiden Firmen würdet Ihr weiter empfehlen? Und welche der beiden Firmen wird wohl auf Dauer bessere Geschäfte machen? Wenn sie denn überhaupt im Geschäft bleibt.

Es gibt ein sehr schönes chinesisches Sprichwort, mit dem Douglas vor Jahren einmal Werbung gemacht hat:

„Wer kein Lächeln hat, darf kein Geschäft eröffnen.“

Wann habt Ihr Euch das letzte mal so richtig über ein Lächeln gefreut?

Jörg Weisner
 

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