Wenn die Worte das Gehege der Zähne verlassen haben …

Paolo Coelho erzählt gerade eine schöne Geschichte auf seinem Blog:

Eine Frau erzählte so oft, dass ihr Nachbar ein Dieb sei, dass der junge Mann eines Tages verhaftet wurde. Einige Tage später stellte sich heraus, dass er unschuldig war und er wurde freigelassen. Daraufhin verklagte er die Frau jetzt seinerseits.

„Kommentare sind ja wohl nicht so ernst zu nehmen“ sagte sie zum Richter bei der Gerichtsverhandlung.

„Einverstanden“ antwortete der Richter. „Wenn Sie jetzt nach Hause gehen, schreiben Sie alles auf, was Sie über den jungen Mann erzählt haben. Dann zerreissen Sie das Papier in kleine Stücke und während Sie spazieren gehen, werfen Sie die Stücke weg.

Und morgen kommen Sie wieder hierher und werden das Urteil hören.“

Die Frau gehorchte und erschien wieder am nächsten Tag.

„Sie werden freigesprochen, wenn Sie mir die einzelnen Papierfetzen geben, die Sie gestern auf die Strasse geworfen haben, wenn nicht, werden Sie zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt“ erklärte der Richter.

„Aber das ist unmöglich! Der Wind hat alles weg geweht“ erwiderte die Frau.

„In genau der gleichen Weise, wie ein einfacher Kommentar vom Wind weg getragen wird und den Ruf eines Mannes zerstören kann. Und danach ist es unmöglich, den Schaden der angerichtet wurde, zu beheben“ entgegnete der Richter.

Und er schickte die Frau ins Gefängnis.

Also, um mit Homer zu sprechen: Passt auf, welche Worte das Gehege Eurer Zähne verlassen, denn kein Pferd wird schnell genug sein, sie einzuholen.

Wie viel leichter und schöner ist es im Gegensatz dazu, wenn wir unserem Mitmenschen ein Lächeln schenken. Das folgende Video fand ich am Sonntag auf Wolff Horbachs Blog, 77 Wege zum Glück.

PS: Mein Vater sagte immer: „Lächeln kostet nichts„. Wie gut, dass das auch in Zeiten der Krise gilt.

Jörg Weisner
 

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